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Treppenhaus im Schloss Deutsch-Ossig
Das Schloss · Geschichte & Handwerk
Substanz

Ein Haus zurückholen, ohne es zu übermalen.

Erbaut in den 1860er Jahren, jahrzehntelang still, seit 2023 Stück für Stück zurück im Leben. Das dauert länger. Man sieht es dem Haus an – im besten Sinne.

Der kurze Weg durch 160 Jahre

Rittergut, Leerstand, Rückkehr.

Das Herrenhaus entstand in den 1860er Jahren als Gutshaus. Dann kam der Tagebau: das Dorf Deutsch-Ossig wurde abgebaggert und umgesiedelt, bis 1997 Kohle gefördert. Das Haus blieb stehen und wurde still. Wo damals die Grube war, liegt heute der See – und das Haus schaut darauf.

1860er
Erbaut als Gutshaus
bis 1997
Wurde hier Kohle gefördert
seit 2023
Wird saniert – denkmalgeschützt
Historische Ansicht des Herrenhauses
Dieselbe Perspektive

So stand das Haus schon einmal da. Der Blick ist geblieben – davor liegt jetzt Wasser statt Feld.

Die Sanierung

Langsam, weil es anders nicht geht.

Wir hätten das Haus in einem Jahr fertig haben können. Dann wäre es ein anderes Haus geworden.

Eichene Fensterbank, von Hand gearbeitet
Was blieb

Erst schauen, dann anfassen.

Was trägt, bleibt. Balken, Gewölbe, Fensteröffnungen, die Treppe – das ist die Substanz, und die war der Grund, das Haus überhaupt anzufassen. Ersetzt wurde, was nicht mehr zu retten war, und zwar mit dem, was vorher da war: Holz, Kalk, Stein, Messing.

Messingbeschlag an einer Tür
Was dazukam

Material, das die Jahre braucht.

Messing läuft an, Eiche dunkelt nach, Leinen wird weicher. Wir haben mit Material gebaut, das älter werden darf, statt neu bleiben zu müssen. Das ist kein Stil, das ist eine Rechnung: es hält länger.

Wer mitgebaut hat

Gemacht von Leuten, die man anrufen kann.

Die Fenster, die Dielen, die Beschläge, der Putz – das haben Betriebe aus der Region gemacht, die meisten kennen wir persönlich. Hinter jedem Detail im Haus steht damit ein Name und eine Telefonnummer. Das ist der Unterschied zwischen einem Gewerk und einem Katalog.


„Alles, was du hier anfasst, hat vorher jemand in der Hand gehabt.“

Die Haltung des Hauses
Materialien der Sanierung: Eiche, Messing, Kalkputz
Woran du es merkst

Das meiste davon siehst du nicht.

Die Tür, die satt ins Schloss fällt. Die Stille zwischen den Wohnungen. Der Boden, der nicht knarzt. Nichts davon fällt auf – zusammen ergibt es das Gefühl, dass hier jemand nachgedacht hat.

So wohnst du darin

Schloss Deutsch-Ossig aus der Luft
Weiter

Hinter dem Haus stehen zwei Leute.

Andreas und Christoph haben das hier nicht gekauft, sondern angefangen.